Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein – Preisträgerin 2014

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Damit die dramatische Warnung von Albert Einstein nicht Realität wird, erforscht Professor Alexandra-Maria Klein, wie sich Landschaftsänderungen auf Bienen und andere Bestäuber auswirken und wie sie als natürliche Alternative in der landwirtschaftlichen Produktion eingesetzt werden können. Für ihre wissenschaftliche Arbeit wird sie mit dem CULTURA-Preis 2014 ausgezeichnet.

Alexandra-Maria Klein untersucht Wildbienen und ihre Bedeutung für die Bestäubung von Nutzpflanzen. Ihre Arbeiten umfassen mechanistische Ansätze zum Verständnis des Einflusses von Wildbienen auf die Bestäubung von Pflanzen wie auch zur Interaktion zwischen Wildbienen und Honigbienen. Darüber hinaus hat sie deutlich gemacht, welche Bedeutung Wildbienen für eine nachhaltige Landwirtschaft haben und welchen Gefährdungen sie heutzutage ausgesetzt sind. Daraus leitete sie Handlungskonzepte für die Lebensraumverbesserung der Wildbienen ab, die geeignet sind, die Diversität der Wildbienenarten zu erhalten und ihre Leistungen für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion sicherzustellen. Damit verknüpft ihre Forschungsarbeit wissenschaftliche Exzellenz und praktische Relevanz auf vorbildliche Weise. So fand sie zusammen mit Forschern aus den USA in einem Experiment an Mandelbäumen in Kalifornien heraus, dass der Ausfall von Bestäubern kurzfristig zu höheren Ertragseinbußen führen kann als fehlende Düngung oder stark reduzierte Bewässerung. Mangelhafte Bestäubung führt dabei nicht nur zu weniger Früchten, sondern auch zu veränderten Nährstoffgehalten in den Früchten (siehe Pressemitteilung der Universität Freiburg).

Alexandra-Maria Klein, geboren 1972, ist Professorin für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg im Breisgau. Sie absolvierte ein Studium der Biologie an der Universität Göttingen und promovierte 2003 in Agrarökologie und Zoologie in Göttingen und Indonesien bei Teja Tscharntke. Von 2007 bis 2008 war sie Gastwissenschaftlerin im Labor von Claire Kremen in Berkeley, 2010 habilitierte sie an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen. Im April 2010 wurde sie Professorin für Ökosystemfunktionen am Institut für Ökologie an der Universität Lüneburg, das sie bis 2013 leitete. 

Die Preisverleihung fand am 17. Juni 2014 im Saal der Paulinerkirche in Göttingen statt.

 

Großes Foto oben von Felix Fornoff, Universität Freiburg

 

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