In die HALL OF FAME  werden jene Projekte aufgenommen, die zeitlich begrenzt, aber dennoch identitätsprägend für die Stiftung sind.

“Unter der Linde 1” – Eine Hauptstadtresidenz

Nehmen wir uns zu wichtig? Für wen sind wir da? Wen erreichen wir eigentlich wirklich mit dem, was wir tun? Mit dem Projekt „Unter der Linde 1“ suchten wir Antworten auf diese Fragen. Gemeinsam mit der Gerda Henkel Stiftung und der Haniel Stiftung ›residierten‹ wir für einen Sommer in einem Kleingarten im Berliner Bezirk Pankow – an einem Ort, der vielen Menschen als Rückzugsort wertvoll, anderen gänzlich fremd ist. Humorvoll und ernsthaft zugleich vergewisserten sich die drei Stiftungen der Relationen ihres Wirkens in unserer Gesellschaft: mit einem Schrebergarten als Residenz – und auch als augenzwinkernde Fußnote zu der Stiftungen nicht ganz fremden Versuchung, das Repräsentative zu wichtig zu nehmen.

Am 11. Mai 2012 wurde die Hauptstadtresidenz „Unter der Linde 1“ mit Grußworten der Hamburger Kultursenatorin, Prof. Barbara Kisseler, und dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Dr. Hans Fleisch, feierlich eröffnet. Frau Kisseler zitierte in ihrem Grußwort Wladimir Kaminer: »Um etwas Großes wie die Welt zu verstehen, muss man im Kleinen suchen. Der Schrebergarten ist ein Äquivalent zur Welt. Es geht auch dort um Nachhaltigkeit und darum, wie man mit der Natur umgeht, mit anderen Menschen, dem ganzen Planeten.« Nach ihrer Rede bekam sie einen symbolischen „Gartenzwerg-Pokal“ überreicht.

Seit 2013 wird die “Hauptstadtresidenz” von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung als Veranstaltungsort genutzt.

“ALLEIN” – Solowerke von Johann Sebastian Bach

In Konzerten liegt üblicherweise der Fokus bei der Musik sowie den Ausführenden. Im September 2011 rückte die Konzertreihe »ALLEIN« das musikalische Erleben des einzelnen Zuhörers in den Mittelpunkt. Zugrunde lag die Idee, dass in Zeiten lebendiger Urbanität, hektischer Zeitläufe und überbordender Angebote der Informationsgesellschaft die Begegnung des einzelnen mit sich selbst nicht mehr selbstverständlich, jedoch durch die Musik erfahrbar ist. In diesem Sinne allein zu sein, bedeutet nicht Einsamkeit, sondern eine intensive Erfahrung des eigenen Selbst. Für viele Menschen verbindet sich eine solche Erfahrung in besonderer Weise mit der Musik Johann Sebastian Bachs, deshalb bot die Stiftung mit dieser Konzertreihe Zeit und Raum, sich über die Solowerke von Johann Sebastian Bach mit dem Thema Alleinsein emotional und rational auseinanderzusetzen. Zugleich gedachte sie mit diesem Projekt ihrer 2010 verstorbenen Stiftungsratsvorsitzenden Birte Toepfer.

Die sechs geladenen Interpreten waren Alumni der Stiftung und repräsentierten unterschiedliche Kulturkreise, Lebensphasen und künstlerische Auffassungen. Um intellektuelle Auseinandersetzung bereichert wurde das Programm durch Vorträge von Prof. Günter Jena, einem der profiliertesten Bach-Kenner. Insgesamt nahmen zweihundert Zuhörer an der Konzertreihe teil. Zwanzig von ihnen waren während der gesamten Woche Gäste der Stiftung auf Gut Siggen – Menschen verschiedener Lebensbereiche, Altersphasen und Bildungsschichten. Diese Zuhörergruppe war in Kooperation mit NDR Kultur im Rahmen von bundesweit ausgelobten Hörerstipendien ausgewählt worden.