Shermin Langhoff

Die Theatermacherin Shermin Langhoff, 1969 in der Türkei geboren, kam mit neun Jahren nach Deutschland und lebte zunächst in Nürnberg. Als Mitbegründerin der Kulturinitiative Nürnberg gehörte sie zu den ehrenamtlichen Initiatorinnen von Filmtagen und anderen interkulturellen Austauschprojekten. Nach einem Volontariat in der Film- und Fernsehproduktion des NDR in Hamburg arbeitete sie als Aufnahme- und Produktionsleiterin, später als Produzentin und Regieassistentin u. a. mit Fatih Akin bei „Gegen die Wand“ (2003) und „Crossing the Bridge“ (2004) zusammen.  

Am Berliner Theater Hebbel am Ufer war sie 2004 mit Matthias Lilienthal Kuratorin des Projekts „X-Wohnungen – Migration“, in dessen Rahmen Fatih Akin zum ersten Mal eine Theaterperformance inszenierte. 2006/2007 kuratierte sie zwei interkulturelle Festivals, die mit Produktionen wie „Schwarze Jungfrauen“ von Feridun Zaimoglu und Günther Senkel auf sich aufmerksam machten. 

Seit Herbst 2013 ist Shermin Langhoff Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin. Davor war sie mehrere Jahre als künstlerische Leiterin des Theaters Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg tätig. Mit dieser Spielstätte hat sie eine Plattform für Theaterpositionen der zweiten und dritten Migrantengeneration etabliert und fördert Regisseure, Schauspieler und Dramaturgen, die in der deutschen Theaterszene bislang unbekannt sind. Zugleich bietet das postmigrantische Theater auch Raum für neue Erzählungen, Geschichten und Themen – jenseits ethnischer Zuschreibungen und Klischees. 

„Selbstbewusst, bestimmt und humorvoll bereichert Shermin Langhoff den Theaterbetrieb mit herausragenden Stücken von Nachwuchsregisseuren, die auf anderen Bühnen (noch) nicht gezeigt werden. Mit Sensibilität und Gespür entdeckt sie junge Talente, die sie nachhaltig fördert und begleitet. Shermin Langhoff wird deshalb nicht nur als Intendantin geehrt, sondern auch als eine Mentorin für Kultur.“ so die Begründung des KAIROS-Preiskuratoriums.

Die Preisverleihung fand am 27. Februar 2011 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg statt. Die Laudatio hielt Fatih Akin.

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