Preisträgerin 2020: Agnes Meyer-Brandis

Agnes Meyer-Brandis ist eine ungewöhnliche Künstlerin, ihr Werk in jeder Hinsicht einzigartig. In ihren Installationen, Filmen und Performances verbindet sie humorvoll und poetisch Erkenntnisse und Methoden verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen mit spekulativen Thesen und fiktiven Erzählungen. Das 2003 von ihr gegründete Forschungsfloss — ein Institut für Kunst und subjektive Wissenschaft — stellt Fragen ohne Antworten zu geben und steht damit ganz in der Tradition der Kunst der Moderne.

Klima- und Weltraumforschung, Meteorologie, synthetische Biologie, Botanik und Geologie sind nur einige der Wissenschaften, die in ihrem Werk aufscheinen. Die Künstlerin fliegt mit Gänsen zum Mond, lässt finnische Tannen Tee kochen oder ermöglicht Ausstellungsbesuchern ein biochemisches Gespräch mit einem Baum. Detaillierte Informationen: http://www.ffur.de

Agnes Meyer-Brandis studierte an den Kunstakademien in Maastricht, Düsseldorf und Köln. Dort entsteht im Jahr ihres Diploms ihre Arbeit „Bohrkernlabor und Elfen-Scan“, die Bohrkerne mit einem Scanner auf Elfen und andere, mit bloßem Auge nicht sichtbare Lebensformen untersucht. Die subtile Nutzung von Interaktivität als Methode des Storytellings zeichnete bereits diese frühe Arbeit aus — überhaupt ist sie eine hervorragende Geschichtenerfinderin und -erzählerin. Ihr 2008 initiiertes Mondgänse-Projekt ist inspiriert von der fantastischen Erzählung „Man in the Moone“ von Frances Godwin aus dem 17. Jahrhundert, in der eine abenteuerliche Reise mit einem von Gänsen gezogenen Gefährt zum Mond beschrieben wird. Agnes Meyer-Brandis hat diese Geschichte aktualisiert: sie hat Mondgänse großgezogen, ihnen Astronautennamen gegeben, mit ihnen das Fliegen trainiert, Expeditionen unternommen und in einem dem Mond nachgebildeten Lebensraum untergebracht.

Ihre Arbeiten erzeugen eine starke Aura. Es sind Versuchsanordnungen, die den Besucher sofort spüren lassen, dass es nicht um übliche wissenschaftliche Experimente geht, sondern um andere Formen der Erkenntnis. „Auch wenn Agnes Meyer-Brandis keine vorrangig politische Künstlerin ist, so eröffnet sie doch vollkommen neue Zugänge zur Natur und trägt damit möglicherweise mehr zum Bewusst sein für deren Fragilität bei als so mancher Klimagipfel.“ begründet das Preiskuratorium seine Wahl. 

ACHTUNG: Die Preisverleihung war für den 19. April 2020 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg geplant, musste jedoch aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise abgesagt werden. 

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