„Dialog in Deutsch“ und das Ehepaar Grolle

 „Dialog in Deutsch“
Die Initiative „Dialog in Deutsch“ hat Anfang 2010 ein offenes Sprachangebot geschaffen, bei dem Erwachsene mit Migrationshintergrund ihre Deutschkenntnisse trainieren und vertiefen können. Die meisten von ihnen haben vorher an einem Integrationskurs teilgenommen, dies ist aber keine Voraussetzung. In denoffenen und kostenlosen Gesprächsrunden, die täglich in allen 32 Hamburger Bücherhallen sowie der Zentralbibliothek stattfinden, haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Deutsch in einer lockeren Atmosphäre anzuwenden und dabei Gleichgesinnte zu treffen. Diese Möglichkeit des Austausches stärkt sie, selbstbewusster den Alltag zu meistern. „Hier in der Gruppe nehmen sich andere Menschen Zeit und Geduld für mich. Das macht mich glücklich“, so eine kurdische Teilnehmerin. Eine Teilnehmerin aus Russland berichtete, wie einsam und orientierungslos sie sich zunächst in Hamburg fühlte. „Ich wusste noch nicht einmal, wie das mit den Busfahrscheinen funktioniert. Bei „Dialog in Deutsch“ habe ich Freunde gefunden und heute kenne ich mich mit dem HVV besser aus als mein deutscher Mann.“ Zurzeit gibt es 60 Gruppen, die von 140 ehrenamtlichen Mitarbeitern geleitet werden, viele von ihnen selbst mit Migrationshintergrund. „Dialog in Deutsch“ ist als Modellprojekt im „Bundesweiten Integrationsprogramm“ aufgeführt und wurde von der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration 2009 initiiert, die es auch weitgehend finanziert.

Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Joist Grolle 
Seit einem Vierteljahrhundert leisten die Beiden mit Büchern, Aufsätzen und Vorträgen wesentliche Beiträge zur Erforschung und Vermittlung der Geschichte der Freien und Hansestadt Hamburg. Beide verstehen das Handwerk des Historikers – das Aufspüren der uns überlieferten Zeugnisse der Vergangenheit und ihre sorgfältige kritische Bearbeitung. Eine ebenso wichtige Rolle spielt für sie dabei aber auch deren Deutung und Interpretation im Kontext von Zeit und Raum. Ihre Beiträge zeichnen sich bei aller Wissenschaftlichkeit durch Klarheit der Gedankenführung, Anschaulichkeit und sprachliche Ausdruckskraft aus. Sie ordnen ihre Erkenntnisse und Ergebnisse stets in größere Zusammenhänge ein, lassen aus Lebensbildern Zeitbilder entstehen. Ihre Publikationen und Vorträge vermitteln historisch-politische Bildung, regen an zum Nach- und Weiterdenken und sind lebendige Erinnerungskultur. Einen großen Teil ihres Œuvres haben die Beiden im produktiven „Unruhestand“ geschaffen. Sie haben damit ein eindrucksvolles Beispiel für eine aktive und kreative Gestaltung dieser Lebensphase gegeben.

 

Die Preisverleihung fand am 12. September 2012 im hamburg museum statt.

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