Bereits seit vielen Jahren bemühen sich die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. sowie die Carl-
Toepfer-Stiftung darum, eine transparente, offene und auch kritische Auseinandersetzung mit der Biographie ihres Stifters zu ermöglichen. Dieses Engagement stellte in den ersten Jahren nach dem Tod Alfred Toepfers insbesondere für seine Wegbegleiter einen nicht immereinfachen Prozess der Loslösung von tradierten Wahrnehmungen und bisherigen eigenen Erkenntnissen dar. Bis heute gilt es für die in den Stiftungen Tätigen, immer wieder auf ein Neues eine eigene, und im Rückblick auf die Geschichte der Stiftung und ihres Stifters verantwortliche Position zu beziehen.

Im Jahre 2000 legte eine von den Stiftungen initiierte und geförderte Historikerkommission eine umfangreiche Studie über einzelne Aspekte des Lebens und Wirkens Alfred Toepfers vor. Ebenfalls mit uneingeschränkter Unterstützung der Stiftungen publizierte der Hamburger Historiker Dr. Jan Zimmermann im Jahre 2006 erstmalig eine biographische Gesamtdarstellung des Lebens Alfred Toepfers.

Der Forschungsstand ebenso wie das Nachdenken über die Beurteilung und die Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen ist kein abgeschlossener Prozess. Die heute für die Stiftungen Verantwortlichen und viele ihrer Wegbegleiter befinden sich in fortdauernder Reflexion dazu. Auch von einzelnen Dritten werden Fragen an die Stiftungen gestellt bezüglich der Biographie Alfred Toepfers, bezüglich der Geschichte seiner Stiftungen und – vereinzelt – auch bezüglich der Unabhängigkeit des Prozesses der historischen Aufarbeitung. Die Stiftungen begegnen diesen Fragen mit Offenheit, unterstützen Forschungsinteressen mit Zugang zu historischen Quellen und sind bemüht, ein hohes Maß an Transparenz über offene Fragen und strittige Bewertungen herzustellen, u.a. auch durch die auf der Homepage der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. einsehbaren aktuellen Debatten. Es ist uns ein dringliches Anliegen, die Tätigkeiten des Stifters (1894-1993) weder zu relativieren noch zu verharmlosen und allen Interessierten die Kenntnisnahme der Geschichte und eigene Bewertungen zu ermöglichen.

Vor diesem Hintergrund haben sich beide Stiftungen gemeinsam entschlossen, das bislang in der Verantwortung der Carl-Toepfer-Stiftung betreute „Alfred Toepfer Archiv“, das umfangreiche Originalquellen zur Biographie Alfred Toepfers enthält, in die fachliche Betreuung der unabhängigen Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv zu überführen. Dieses Archiv, das unter der Verantwortung der Hamburgischen Handelskammer steht, ist als Aufbewahrungs- und Forschungsstelle zur Wirtschaftsgeschichte Hamburgs sowie Norddeutschlands konzipiert und als solches fachlich hervorragend geeignet, die zu überführenden Materialien qualifiziert aufzubereiten und weiterer wissenschaftlicher Forschung zugänglich zu machen.

Die von der Carl-Toepfer-Stiftung überführten Materialien werden Ergänzung durch die bei der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. eingelagerten historisch relevanten Unterlagen sowie den dort vorhandenen Quellen und Dokumenten der Historikerkommission finden. Damit wird auch für Dritte die Grundlage dafür geschaffen, sich einen nachvollziehbaren Einblick in das Bemühen beider Stiftungen um eine fachlich qualifizierte Aufarbeitung ihrer Geschichte zu verschaffen. Die Überführung aller Unterlagen beginnt im Februar 2010 und soll im Laufe des Jahres so abgeschlossen werden, dass die Materialien der wissenschaftlichen Befassung zugänglich sind.

Eine ausführliche Erklärung sowie inhaltliche Beiträge und aktuelle Debatten zur Geschichte sind auf der Homepage der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. verfügbar.