Übersetzerresidenz Bücher übersetzen – Brücken schlagen 

Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und das Goethe-Institut bieten europäischen Übersetzern die Möglichkeit, in ruhiger Arbeitsatmosphäre vier bis acht Wochen in einer Gästewohnung auf Gut Siggen zu verbringen. Jährlich von Juli bis Oktober sind die Übersetzer zu Gast auf Gut Siggen, um an der Übersetzung eines Werkes der deutschsprachigen Literatur zu arbeiten.

Das Stipendium
Die Stiftung übernimmt die An- und Abreisekosten und gewährleistet die Verpflegung während des Aufenthaltes in Siggen. Darüber zahlt das Goethe-Institut den ausgewählten Übersetzern ein Stipendium in Höhe von 1.500 Euro.

Wer kann sich bewerben?
Um die Residenz können sich Übersetzer und Übersetzerinnen aus Europa bewerben. Voraussetzung sind mindestens zwei größere veröffentlichte Übersetzungen sowie ein Verlagsvertrag für die Übersetzung, an der während des Aufenthalts in Siggen gearbeitet werden soll. Weitere Informationen zur Bewerbung hier

Übersetzerresidenzen 2019

Ektarina Aralova

Ekaterina Aralova wurde 1974 in Mytischtschi bei Moskau (Russland) geboren. Von 1992 bis 1997 absolvierte sie das Studium „Theoretische und angewandte Linguistik“ an der Moskauer Stattlichen Lomonossov-Universität, das sie mit einem Diplom abschloss. Im Rahmen des Tutorenprogramms der Robert Bosch Stiftung studierte Aralova in den Jahren 2003/04 in Teilzeit Kulturwissenschaften an der Europa-Universität „Viadrina“ in Frankfurt (an der Oder). Ihren Master in „Literaturwissenschaft international: Deutsch-russische Transfers“ machte sie zwei Jahre lang an der Russischen stattlichen Universität der Geisteswissenschaften in Moskau und an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg. Seit 2010 ist sie außerdem freiberufliche Literaturübersetzerin aus dem Deutschen ins Russische.

Ekaterina Aralova wird auf dem Seminarzentrum Gut Siggen der Toepfer Stiftung das Buch „Ein Sommer in Sommerby“ von der deutschen renommierten Kinderbuchautorin Kirsten Boie vom deutschen ins russische übersetzen. In ihrem beigefügten Brief begründet Aralova ihre Bewerbung für Siggen mit Folgendem: 1. Sie möchte die Parallele, dass sowohl Siggen als auch der im Buch beschriebene Ort Sommerby an der Ostsee liegen, dafür nutzen, um Eindrücke der Natur, der Menschen und der Gegend zu gewinnen. 2. Sie wünscht sich durch den Aufenthalt, die Natur, die so ausführlich in Boie’s Kinderbuch beschrieben wird, möglichst detailliert für russische Leser zu beschreiben. Dies führt sie zu ihrem 3. Grund: Sie möchte aktuelle deutsche Autoren bekannter in Russland machen. Ihre Zusammenarbeit mit dem bekannten Verlag Eksmo scheint ihr dafür eine gute Chance zu sein, für die sie ihr Bestmöglichstes beisteuern möchte.

Ekaterina Aralova übersetzt vom 04. Juni bis 06. Juli 2019 auf dem Gut Siggen das Buch Ein Sommer in Sommerby von Kirsten Boie ins Russische.

 

Kristina Sprindžiûnaitë

Kristina Sprindžiûnaitë hat nach dem Studium an der Universität Vilnius, das sie 1987 als Diplom-Journalistin absolvierte, ein paar Jahre bei der überregionalen Presse gearbeitet, bevor sie zum Übersetzen wechselte. Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie nun als Übersetzerin ins Litauische tätig, die letzte Zeit freiberuflich, hat unter anderem im Auftrag des litauischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens, des Litauischen Filmstudios, der Diena-Media Group, des Deutschen historischen Instituts in Warschau, der European Humanities University, des Instituts für Geschichte und Archäologie der Ostsee-Region der Universität Klaipėda, der Litauischen Hochschule für Musik und Theater und des Nationalmuseums Palast der Großfürsten von Litauen übersetzt.

Seit der Gründung des Goethe-Instituts in Vilnius in den späten 1990ern übersetzt sie deutsche Filmprogramme, hat Untertitel für mehrere umfangreichen Retrospektiven der großen deutschen Filmemacher und für spannendste neueste Filme vorbereitet, die bei litauischen Filmfestivals gezeigt wurden. Zehn Jahre war sie beim zweisprachigen Internationalen Thomas-Mann-Festival in Nidden, auf der Kurischen Nehrung, tätig.

Ihre erste Buchübersetzung wurde 1994 publiziert. Neben mehreren Sachbüchern hat sie einige Klassiker (Max Frisch, Joseph Roth), vor allem aber zeitgenössische Autoren (Renate Welsh, Anna Weidenholzer, Lea Singer, Florian Illies, Rolf Lappert, Hans-Ulrich Treichel, Robert Menasse) ins Litauische übersetzt. Seit 2014 ist sie im Vorstand des Litauischen Verbands der Literaturübersetzer. 

Kristina Sprindžiûnaitë übersetzt vom 09. Juli bis 17. August 2019 auf Gut Siggen das Buch Archipel von Inger-Maria Mahlke ins Litauische.

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