Stellungnahme zum Artikel von Lionel Boissou :Stiftung FVS Hamburg und Johann Wolfgang Goethe-Stiftung Vaduz, in: Handbuch der völkischen Wissenschaften, hg. Von Ingo Haar und Michael Fahlbusch, München 2008, S. 666-678.

Über die einseitige Polemik Lionel Boissous gegen Alfred Toepfer, dessen seit dem Frühjahr 1944 vollzogene Wendung von der Volkstumspolitik zur Verständigung zwischen den europäischen Völkern kann man verschiedener Meinung sein, nicht aber über die unwahre Behauptung, die Toepfer- Stiftung verweigere „sich vorbehaltlos mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen“. Die Unterstellung Boissous, die Stiftung hätte die meisten Preise „unter internationalem Druck“ einstellen müssen, ist ebenfalls irreführend wie die Toepfer zugeschriebene „Einbindung in die Umsiedlungs- und Verbrechenspolitik“ des NS-Regimes. Schlechthin falsch ist die Behauptung, die von der Stiftung einberufene „Historikerkommission“ habe die Beteiligung von Georg Leibrandt und Karl Strumpp am „Judenmord in der Sowjetunion“ geleugnet und die Rolle Toepfers im Dritten Reich als angeblichem „Akteur des NS-Staates“ verharmlost, desgleichen, dass die Bemühungen der Stiftung um die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit gescheitert sei.

Georg Kreis (Basel) und Hans Mommsen (Feldafing)