KAIROS-Preis - Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

Was wir tun

KAIROS-Preis

Der KAIROS-Preis wird seit 2007 an europäische Künstler und Wissenschaftler aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Design, Film, Fotografie, Literatur und Publizistik verliehen. Ausgezeichnet werden sowohl künstlerische Individualleistungen als auch die Leistungen derer, die Kultur in Europa ermöglichen und ihr entscheidende Impulse geben: Produzenten, Intendanten, Verleger, Festivalleiter und andere Initiatoren.

Benannt nach dem Gott des „rechten Augenblicks“ der griechischen Mythologie, ist der Preis Anerkennung und Ermutigung zugleich: Er gilt Künstlern und Kulturermöglichern, die in ihren Feldern pionierhaft, avantgardistisch und wegweisend arbeiten und wirken, ohne den Zenit ihres Schaffens bereits erreicht zu haben.

Der KAIROS-Preis versteht sich nicht als Auszeichnung eines abgeschlossenen Lebenswerkes, sondern als Impuls zu weiterem Wirken.
Prof. Dr. Christoph Stölzl

Mit einer Preissumme von € 75.000 ist der Preis einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa. Seine Konzeption bündelt die zahlreichen früheren, über lange Jahre vergebenen, Kulturpreise der Stiftung und spiegelt zugleich die veränderten gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bedingungen im heutigen Europa wider.

Über die Vergabe des Preises entscheidet ein unabhängiges Kuratorium. Eine Bewerbung ist nicht möglich.

Preisträgerin 2020: Agnes Meyer-Brandis

Agnes Meyer-Brandis ist eine ungewöhnliche Künstlerin, ihr Werk in jeder Hinsicht einzigartig. In ihren Installationen, Filmen und Performances verbindet sie humorvoll und poetisch Erkenntnisse und Methoden verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen mit spekulativen Thesen und fiktiven Erzählungen. Das 2003 von ihr gegründete Forschungsfloss — ein Institut für Kunst und subjektive Wissenschaft — stellt Fragen ohne Antworten zu geben und steht damit ganz in der Tradition der Kunst der Moderne.

Klima- und Weltraumforschung, Meteorologie, synthetische Biologie, Botanik und Geologie sind nur einige der Wissenschaften, die in ihrem Werk aufscheinen. Die Künstlerin fliegt mit Gänsen zum Mond, lässt finnische Tannen Tee kochen oder ermöglicht Ausstellungsbesuchern ein biochemisches Gespräch mit einem Baum. Detaillierte Informationen hier.

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. - KAIROS-Preis

Agnes Meyer-Brandis studierte an den Kunstakademien in Maastricht, Düsseldorf und Köln. Dort entsteht im Jahr ihres Diploms ihre Arbeit „Bohrkernlabor und Elfen-Scan“, die Bohrkerne mit einem Scanner auf Elfen und andere, mit bloßem Auge nicht sichtbare Lebensformen untersucht. Die subtile Nutzung von Interaktivität als Methode des Storytellings zeichnete bereits diese frühe Arbeit aus — überhaupt ist sie eine hervorragende Geschichtenerfinderin und -erzählerin.

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. - KAIROS-Preis

Ihr 2008 initiiertes Mondgänse-Projekt ist inspiriert von der fantastischen Erzählung „Man in the Moone“ von Frances Godwin aus dem 17. Jahrhundert, in der eine abenteuerliche Reise mit einem von Gänsen gezogenen Gefährt zum Mond beschrieben wird. Agnes Meyer-Brandis hat diese Geschichte aktualisiert: sie hat Mondgänse großgezogen, ihnen Astronautennamen gegeben, mit ihnen das Fliegen trainiert, Expeditionen unternommen und in einem dem Mond nachgebildeten Lebensraum untergebracht.

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. - KAIROS-Preis

Gerade weil Agnes Meyer-Brandis mit ihren Arbeiten weder politische noch didaktische Ansprüche verknüpft, eröffnet sie vollkommen neue, andere Zugänge zur Natur und Wissenschaft und schärft so unseren Blick für Themen wie Klimawandel und Umweltschutz.

Die ursprünglich für April 2020 vorgesehene Preisverleihung wurde am 17. Oktober 2021 in der Hamburger Kunsthalle nachgeholt:

Bisherige Preisträger

Kontakt

Uta Gielke Programmleitung Kultur Leitung Kommunikation

+49 40 33 402 – 14gielke@toepfer-stiftung.de